[Ich eile hin, und ewig flieht dem Blicke]

[69] Ich eile hin, und ewig flieht dem Blicke

Des Lebens Spiegel fort in wilder Flut,

Die Sehnsucht in die Ferne nimmer ruht,

Und weinend schaut Erinnerung zurücke

Da blickt aus einer Blume neu Geschicke.

Zwei blaue Kelche voll von Liebesglut

Erwecken in dem Flüchtling neuen Mut;

Daß er das Leben wieder jung erblicke.

Es hat der Sinn die Aussicht wiederfunden,

Er sieht im klaren Strome abgespiegelt,

[70] Des Wechsel-Lebens zwiefach-lieblich Bild,

Die Fläche ruht und schwillt in tiefen Stunden,

Wenn Leidenschaft die Trunkenheit entzügelt,

Und Liebe sich dem Strome nackt enthüllt.


Quelle:
Clemens Brentano: Werke. Band 1, München [1963–1968], S. 69-70.
Lizenz:
Kategorien:
Dieser Text als Ebook
Clemens Brentano
EAN 9783843001199, 274 Seiten

Kostenlos für Kindle!
Ausgewählte Gedichte
Ausgewählte Ausgaben von
Ausgewählte Gedichte
Märchen / Ausgewählte Gedichte
Buchempfehlung: Berner, Hans: Über-Blicke, Ein-Blicke ISBN-13 9783258070582
Empfehlung

Berner, Hans

Über-Blicke, Ein-Blicke

Über-Blicke, Ein-Blicke
Haupt, 302 S. m. zahlr. Abb., 325807058X, 32,00 €.
Hans Berners 'Über-Blicke - Ein-Blicke' ist der gelungene Versuch, einige wichtige pädagogische Strömungen der letzten vierzig Jahre konzis und knapp ... weiterlesen